Forschung

Zahnärztliche Prothetik

Direktor:
Prof. Dr. med. dent. Manfred Wichmann

Gegenwärtige Forschungsschwerpunkte

Biomechanische Aspekte spielen für den Langzeiterfolg implantatgetragener prothetischer Versorgungen eine bedeutende Rolle. So ist die Frage der Entwicklung mechanischer Spannungen und deren Auswirkung auf die Versorgungen sowie den periimplantären Knochen infolge Passungenauigkeiten der Suprakonstruktionen bislang nicht geklärt. Im aktuellen Zeitraum fanden Strukturanalysen an der Verblendkeramik implantatgetragener Restaurationen statt, die entsprechende Vorschädigungen durch Passungenauigkeiten nachweisen konnten. Mittels Dehnungsmessstreifenmesstechnik konnte anhand experimentell gefertigter CAD/CAM Restaurationen gezeigt werden, dass computergestützte Herstellungsverfahren zu signifikanten Verbesserungen hinsichtlich der erreichten Passgenauigkeit führen können.

Weiterführend werden derzeit die gewonnenen Messwerte für Finite Elemente Berechnungen zum Einfluss unterschiedlicher Fehlergeometrien auf die Spannungsentwicklung verwendet. In einem randomized clinical trial werden die Auswirkungen statischer implantatbelastungen auf Umbauvorgänge im Knochen untersucht

Optische 3D-Messtechniken in der Zahnmedizin

Aufgrund des Fehlens geeigneter messtechnischer Verfahren war es bislang nur sehr begrenzt und in Einzelfällen mit sehr komplexen Versuchsaufbauten möglich, biomechanische Einflüsse in der Mundhöhle darzustellen und quantitativ zu bestimmen. Eine Vielzahl von Theorien zu verschiedensten Fragestellungen konnten bislang wissenschaftlich weder eindeutig bestätigt, noch widerlegt werden.

Ziel des Forschungsbereiches ist es ein in der Abteilung vorhandenes berührungslos arbeitendes optisches 3D-Verformungs-Messsystem für die klinische in vivo Anwendung am Patienten zu optimieren, um in zukünftigen Studien quantitative Messungen biomechanischer Einflüsse in der Mundhöhle in Echtzeit zu ermöglichen. In laufenden und bereits abgeschlossenen In vitro Untersuchungen aus den Bereichen der Werkstoffkunde und Biomechanik hat sich das System bewährt. Darüber hinaus belegen erste in vivo Pilotuntersuchungen zu kraftkorrelierten Zahnbewegungen eine entsprechende klinische Anwendungsmöglichkeit.

Dentale CAD/CAM Systeme und Hochleistungskeramiken

Die Anwendung der CAD/CAM Technologie nimmt im täglichen Labor- und Praxisalltag deutlich zu. Auch wenn mit konventionellen Herstellungsverfahren hervorragender Zahnersatz realisiert werden kann, garantieren industrielle Herstellungsprozesse der CAD/CAM Technologie eine standardisierte Präzision und Materialqualität bei gleichzeitig deutlich kosteneffizienterer Herstellung. Aufgrund der speziellen Anforderungen in der Mundhöhle sind in Zukunft neben Fragestellungen zur Materialbeschaffenheit vor allem auch die Kontrolle und Evaluierung verschiedenster Schritte der Herstellungsprozesskette von Zahnersatz unabdingbar. In dem neu strukturierten und mit modernsten Messtechniken ausgestatteten Forschungsbereich werden gezielt einzelne Segmente, die zur Herstellung von industriell gefertigtem Zahnersatz notwenig sind, analysiert. In laufenden Forschungsprojekten erfolgt ein benchmarking aktueller dentaler Scansysteme die Beurteilung diverser Faktoren auf die Gesamtpräzision.

Parallel dazu gewinnt der Einsatz vollkeramischer Werkstoffe erhebliche Bedeutung. Hochleistungskeramiken sind in der Lage, die bisherige Aufgabe von Metallgerüsten zu übernehmen. Bis heute stellen jedoch die Bearbeitung und der klinische Einsatz unter den besonderen Bedingungen der Mundhöhle bei vollkeramischen Systemen eine große Herausforderung dar. Die Arbeitsgruppe befasst sich mit Fragen der Herstellung und der klinischen Bewährung unterschiedlicher vollkeramischer CAD/CAM generierter Systeme.

Psychogene Einflüsse bei zahnmedizinischen Fragestellungen und alternative Therapieverfahren

Von Patientenseite besteht eine stetig steigende Nachfrage nach sog. „alternativen“ Heilverfahren. Dies auch als „Erfahrungsmedizin“ bezeichneten Methoden wurden jedoch bislang nur unzureichend nach wissenschaftlichen Kriterien evaluiert, so dass nur eine sehr begrenzte Anzahl von Daten zu ihrer Wirksamkeit zur Verfügung steht.

Der Forschungsbereich unterteilt sich in zwei Projektschwerpunkte. Ein Schwerpunkt stellt die Evaluation psychogener Faktoren in der Befundung, Diagnose und Therapie von zahnmedizinischen Krankheitsbildern mit einem psychogenen Hintergrund dar. Dazu zählen Untersuchungen zum Einfluss der eigenen Körperbewertung auf zahnmedizinische Fragestellungen, z.B. bei der Farbbestimmung von Zahnersatz, die Evaluation ursächlicher Zusammenhänge des auftretenden Würgereizes bei zahnmedizinischen Behandlungen, therapeutische Interventionen mittels Akupunktur und medizinischer Hypnosetechniken bei Schmerzgeschehen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich und der Einfluss von extremen Stressoren auf das Angstverhalten, depressive Verhalten, das eigene Körperbild und soziologische Faktoren bei zahnmedizinischen Patienten.

 
 
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Zusammenfassung